Good to Know
Dass der 1. FSV Mainz 05 in vielerlei Hinsicht ein ,,etwas anderer“ Bundesliga-Klub ist, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass sich der Verein seit 2010 als ,,ersten klimaneutralen Klub der Bundesliga“ bezeichnet.
Bereits nach dem Umbau des Bruchwegstadions 2004 installiert er eine Photovoltaikanlage auf einem Tribünendach. Ökologische Aspekte spielen auch beim Bau der Opel Arena und ihrer technischen Ausstattung eine wichtige Rolle. Auf dem Dach entsteht eine der damals drei größten Solardach-Anlagen auf Fußballstadien in Deutschland. Die Anlage erzeugt jährlich etwa 700.000 kWh Strom und speist diesen ins öffentliche Netz ein. Die Anlage vermeidet so jährlich den Ausstoß von etwa 470 Tonnen Kohlendioxid, der bei einer konventionellen Stromerzeugung produziert werden würde.Der Klub wird 2007 von der Stadt Mainz für sein „vorbildliches betriebliches Umweltmanagement“ als „Ökoprofit-Betrieb“ ausgezeichnet.
Dass die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt eine Karnevalshochburg ist, ist Allgemeinwissen und schlägt sich auch bei Mainz 05 nieder. ,,Als Freudenhaus, nur ohne Politik“ bezeichnet der Journalist Daniel Stolpe in seinem Bildband „50 Jahre Bundesliga“ im Jahr 2013 Mainz 05. Bei jedem Tor des FSV erklingt der ,,Narrhalla-Marsch“ als Jingle, zur ,,Fassenacht“ tritt das Team traditionell in einem eigenen Editions-Trikot in den Farben Rot-Gelb-Blau-Weiß an und mitunter sind auch Spieler und Offizielle des Vereins beim großen Rosenmontagsumzug mit dabei. Das Faible von Mainz 05 für die „Fassenacht“ ist ziemlich bekannt. Weniger bekannt ist, dass der Verein im Jahr 2019 zum ersten Mal eine eigene Fastnachtssitzung veranstaltet. Und die Gelegenheit nutzt, den gerne mal zündelnden FSV-Ultras so richtig verbal einzuschenken. Dieses übernimmt Tobias Rinauer, Mitarbeiter der Vereins-Presseabteilung, der als „Pöbelrentner“ reimt: „Unn dann unsre Pyro-Boys, die klaane Schisser / koo Haar am Sack, 12, aber Fan-Besserwisser. / Geht doch im Dom euer Dauerschleif singe, / dann kann sich aach jeder e Kerzje mitbringe. / Unn wenn ihr die do in de Halter noischraubt, / ist anzünden sogar ausdrücklisch erlaubt.“
Jürgen Klopp startet seine Trainerkarriere bei Mainz 05. Das ist Allgemeingut. Doch wer entdeckte eigentlich Klopp? Das ist weniger bekannt und auch nicht eindeutig. Denn zwei Trainer-Legenden, ein Anspruch und ein Dritter, der mindestens genauso wichtig ist, spielen die entscheidenden Rollen. Robert Jung und Dragoslav ,,Stepi“ Stepanovic können gleichermaßen für sich reklamieren, Jürgen Klopp entdeckt zu haben. ,,Stepi“ holt den 1,91 m großen Stürmer 1989 zum Oberligisten Rot-Weiß Frankfurt. Nach der Meisterschaft in der Hessenliga und dem verpassten Aufstieg in die 2. Liga wechselt Klopp 1990 zum 1. FSV Mainz 05. Dem Fußballtrainer und Mathematiklehrer Robert Jung fällt ,,Kloppo“ bei einem Aufstiegsspiel der Frankfurter auf. Jung macht Klopp zum Zweitligaprofi. Was wenige wissen? Klopp selbst sieht Wolfgang Frank als seinen großen fußballerischen Lehrmeister. ,,Er hat meine Art, Fußball spielen zu lassen, am meisten inspiriert“, verrät Klopp anlässlich des fünften Todestags von Wolfgang Frank im September 2018 in der britischen TV-Sendung Monday Night Football, ,,sein Einfluss hat meine taktischen Überlegungen geprägt. Wolfgang Frank war ein außergewöhnlicher Mensch, er starb leider viel zu früh.“
