Fünfzehn Mainzer Randnotizen zwischen abgelehnter Fusion, Vornamen-Stadiondurchsage, 200 Zuschauern in Freiburg und knapp 100 Millionen Euro Transfererlös — alles jenseits von Karneval und der Amateurmeisterschaft 1982.
Mainz 05 jenseits von Karneval und Amateurmeisterschaft 1982
Außer der Deutschen Amateurmeisterschaft 1982 gibt es keine Senioren-Titel — die wirklich kuriosen Mainzer Fakten liegen woanders.
Dass Mainz 05 ein ,,Karnevalsverein“ ist und mit Ausnahme der Deutschen Amateurmeisterschaft von 1982 noch nie einen Titel im Senioren-Bereich gewonnen hat, wissen auch in Frankfurt alle. Weniger bekannt sind dagegen diese Fakten.
Mohamed Zidan: dreimal verpflichtet, 29 Bundesliga-Tore für Mainz
Der Ägypter kommt 2005 per Leihe, wird 2007 und 2012 erneut verpflichtet — und trifft fast nur am Bruchweg.
Der dreifache Zidan: Tja, Mohamed Zidan kann wohl nur in Mainz glücklich werden. Der Ägypter, 2011 mit Borussia Dortmund Deutscher Meister, flüchtet schon 2005 auf Leihbasis von Werder Bremen ins Bundesliga-Idyll nach Mainz. 2007 wird er fest verpflichtet, ehe er nach den Stationen HSV und BVB 2012 noch ein drittes Mal unter Vertrag genommen wird.
Der Publikumsliebling erzielt 29 seiner 47 Bundesliga-Tore für den FSV. Nur in Mainz, so die Fans, kann er glücklich werden.
Nikolce Noveski: 313 Bundesligaspiele und sechs Eigentore
14 Jahre Innenverteidiger, am Ende Kapitän — und gemeinsam mit Manni Kaltz Eigentor-Rekordhalter der Liga.
Noveski – Einer wie Kaltz und Körbel: Der Mazedonier Nikolce Noveski ist mit 313 Bundesliga-Spielen absoluter Rekord-Profi des 1. FSV Mainz 05 im deutschen Fußball-Oberhaus (Stand: Dezember 2019). 2004 von Erzgebirge Aue verpflichtet, prägt der Innenverteidiger 14 Jahre lang das Team mit, am Ende als sein Kapitän. Nicht ganz so stolz ist er auf seinen anderen Rekord: sechs Eigentore schafft neben dem Ehrenspielführer von Mainz 05 nur noch HSV-Legende Manni Kaltz in der Bundesliga (Stand Dezember 2019).
Stadionsprecher-Tradition: Gästeaufstellung nur mit Vornamen
Damit die Gästefans den Nachnamen ihrer Spieler selbst skandieren können, verliest der Stadionsprecher in Mainz nur Vornamen.
Gute Mainzer Tradition: Es ist in Mainz Tradition, dass der Stadionsprecher auch die Gästeaufstellung nur mit Vornamen verliest, um den Gästefans die Möglichkeit zu geben, den Nachnamen zu skandieren.
„Chancen-Eröffnungs-Verein“: Klopp und Tuchel starten in Mainz
Ex-Präsident Strutz prägte den Begriff — Jürgen Klopp und Thomas Tuchel wechselten beide von Mainz zu Dortmund und später zu Topklubs.
Der Chancen-Eröffnungs-Verein: Als ,,Chancen-Eröffnungs-Verein“ hat Ex 05-Präsident Harald Strutz seinen Klub mal bezeichnet: Damit liegt er vollkommen richtig. Jürgen Klopp und sein Nachfolger Thomas Tuchel wechseln beide von Mainz 05 zu Borussia Dortmund und werden beim BVB zu den profiliertesten Trainern Deutschlands. Dass beide ab 2015 bzw. ab 2018 mit dem FC Liverpool und Paris St.-Germain zwei europäische Topklubs trainieren, kommt nicht von ungefähr, sondern aus Mainz!
Dimo Wache: erster Bundesliga-Ehrenspielführer von Mainz 05
Über 400 Pflichtspiele zwischen 1995 und 2010, Aufstieg 2004 — und als erster Mainzer Bundesliga-Profi zum Ehrenspielführer ernannt.
Ehrenspielführer: Dimo Wache steigt mit Mainz 05 2004 in die Bundesliga auf. Zwischen 1995 und 2010 macht Wache mehr als 400 Pflichtspiele für die ,,Null-Fünfer“ und wird dafür als erster Bundesligaprofi der Mainzer zum Ehrenspielführer des Vereins ernannt.
Manuel Friedrich: erster Nationalspieler von Mainz 05
Nicht André Schürrle, sondern Innenverteidiger Manuel Friedrich gibt 2006 vor der Heim-WM sein Debüt für Deutschland.
Erster Nationalspieler: Der erste Profi des 1. FSV Mainz 05, der das Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft trägt, ist nicht André Schürrle, sondern Manuel Friedrich. Der Innenverteidiger gibt 2006, im Vorfeld der Heim-WM, sein Länderspiel-Debüt und läuft insgesamt neun-mal für Deutschland auf, davon siebenmal als Mainzer. Damit ist er Rekordnationalspieler des Klubs Die ,,Bruchweg-Boys“ und ihre Kollegen bringen Millionen: ,,Bruchweg-Boys“, so tauft der Boulevard das Team der Mainzer, das unter Coach Thomas Tuchel 2010/11 die Liga rockt.
„Bruchweg-Boys“ 2010/11: über 17 Millionen Euro Transfererlös
Tuchels Team rockt die Liga — Adam Szalai und André Schürrle bringen bei ihren Wechseln zusammen über 17 Millionen Euro ein.
Die ,,Bruchweg-Boys“ und ihre Kollegen bringen Millionen: ,,Bruchweg-Boys“, so tauft der Boulevard das Team der Mainzer, das unter Coach Thomas Tuchel 2010/11 die Liga rockt. Ein Spitzenspiel Mainz 05 gegen Borussia Dortmund (0:2), das hätten in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt nicht mal die größten Spaßvögel erwartet! Zwei Spieler aus diesem Team, der Ungar Adam Szalai und der gebürtige Pfälzer André Schürrle, spülen bei ihren Wechseln zu Schalke 04 und Bayer Leverkusen mehr als 17 Mio.
Euro in die Kassen der Mainzer.
Top-8-Transfers bringen Mainz fast 100 Millionen Euro
In sieben Jahren werden mit acht Verkäufen knapp 100 Millionen Euro erlöst — das Heidel-Motto bleibt trotzdem gültig.
Beachtenswert: Die Top 8 der Transfers bringen Mainz in nur sieben Jahren fast 100 Millionen Euro Einnahmen. Dennoch gilt an der Eugen-Salomon-Straße bis heute das Motto des legendären Managers Christian Heidel: ,,Bundesliga in Mainz ist nischt selbstverständlisch.“
Mainz und Kaiserslautern: zwei Pfälzer Welten gegeneinander
Vier Meistertitel auf der einen Seite, rheinhessischer Emporkömmling auf der anderen — Sympathie ist nicht in Sicht.
K-Town und Mainz: Kaiserslautern und Mainz, das wird niemals zusammenpassen. Der 4-malige Deutsche Meister aus der Pfalz und der Emporkömmling aus Rheinhessen mögen sich nicht und werden sich vermutlich auch nie mögen.
200 Zuschauer in Freiburg: Mainzer Negativrekord 1991
Am 17. November 1991 sehen nur 200 Fans die Zweitliga-Partie SC Freiburg gegen Mainz — ein 0:2 vor leerer Kulisse.
Zuschauer-Minusrekord: Mainz 05 gilt in der Bundesliga bei Auswärtsspielen nicht als der zugkräftigste Gegner. Abzählbar sind allerdings die Zuschauer bei der Zweitliga-Partie 1991/92 beim SC Freiburg. Nur 200 Fans sehen am 17. November 1991 einen 2:0-Erfolg des Sport-Club gegen die Rheinhessen.
Die abgelehnte Fusion mit Spvgg. Mainz-Weisenau 1969
Ende der 60er denkt Mainz 05 über eine Fusion mit dem Nachbarn nach — die Weisenauer Mitglieder lehnen so deutlich ab, dass die 05er gar nicht abstimmen.
Die Fusion, die es nie gibt: In den späten 1960er-Jahren scheint Mainz 05 in der sportlichen Bedeutungslosigkeit zu versinken. Traditionsklubs wie der 1. FC Kaiserslautern, Wormatia Worms oder der FK Pirmasens liegen im beschaulichen Rheinland-Pfalz sportlich und in der Publikumsgunst um Längen vor den Landeshauptstädtern. Was also tun?
Nachdem sie bereits in der Schlussphase der Saison 1968/69 den Abstiegsplätzen gefährlich nahekommen, muss die überalterte Mannschaft im folgenden Jahr als Drittletzter überwintern. Der Verein denkt über eine Fusion mit dem noch schlechter stehenden Nachbarn Spvgg. Mainz-Weisenau nach, die von den dessen Mitgliedern jedoch mit so deutlicher Mehrheit abgelehnt wird, dass das Votum der 05-Mitglieder gar nicht mehr stattfindet.
Dem FSV gelingt am Saisonende den Klassenverbleib, die Weisenauer steigen ab.
Lieblingsgegner: 15 Siege je gegen Nürnberg, Hannover, Freiburg, Völklingen
Den klubinternen Bestwert von 15 Pflichtspielsiegen erreicht Mainz 05 gleich gegen vier Gegner.
Lieblingsgegner: 15 Siege gegen den gleichen Kontrahenten- diesen vereinsinternen Bestwert schafft der FSV gleich gegen vier Klubs – 1. FC Nürnberg, Hannover 96, SC Freiburg (Stand: Dezember 2019) und Röchling Völklingen waren bzw. sind die liebsten Gegner der Mainzer…
Andrij Woronin: einziger Torschützenkönig in Mainzer Geschichte
Der Ukrainer trifft 2002/03 in der 2. Bundesliga 20-mal — zum Aufstieg reicht es trotzdem nicht.
Torschützenkönig: Der 1. FSV Mainz 05 stellt mit Andrij Woronin nur einen einzigen Torschützenkönig im deutschen Profifußball. Der Ukrainer erzielt in der 2. Bundesliga-Saison 2002/03 insgesamt 20 Tore – zum Aufstieg reicht es jedoch abermals nicht…
UEFA-Pokal 2005/06: Fair-Play-Startplatz und Aus gegen Sevilla
Als Fair-Play-Sieger zieht Mainz 2005 in den UEFA-Pokal ein, schlägt MIKA Aschtarak und Keflavík — und scheitert am späteren Sieger Sevilla.
Wild Card für Europa: Als Gewinner der deutschen Fair-Play-Wertung wird Mainz 05 im Sommer 2005 am Ende der ersten Bundesliga-Saison der dem DFB-zugeloste Startplatz in der UEFA-Pokal-Qualifikation zugesprochen. Dort scheitert die Mannschaft von Jürgen Klopp nach Siegen über die Pokalsieger Armeniens (FK MIKA Aschtarak; 4:0, 0:0) und Islands (ÍB Keflavík; 2:0, 2:0) in der 1. Hauptrunde des UEFA-Cups am späteren Sieger FC Sevilla. Nach einem überraschenden 0:0 in Sevilla entscheiden die Spanier das Rückspiel, das ebenso wie die beiden Heimpartien in den Qualifikationsrunden in der Frankfurter Commerzbank-Arena ausgetragen wird, mit 2:0.
M05-Quiz BETA
Teste dein Wissen
Das M05-Quiz testet dein Wissen ueber 1. FSV Mainz 05 — von der Vereinsgruendung ueber legendaere Spiele bis hin zu aktuellen Bundesliga-Statistiken. Sechs Multiple-Choice-Fragen, vier Antwortmoeglichkeiten, nur eine ist richtig. Nach jeder Frage erfaehrst du den Hintergrund — Fakten, die selbst eingefleischte Fans ueberraschen.
Wie viele Fragen hat das M05-Quiz?
Das Quiz besteht aus sechs Multiple-Choice-Fragen mit je vier Antwortmoeglichkeiten. Die Fragen decken Vereinshistorie, aktuelle Bundesliga-Daten und Prognosen ab.
Woher stammen die Quizfragen?
Die Fragen werden automatisch aus den Akte-Kapiteln von 1. FSV Mainz 05 generiert — basierend auf ueber 100 recherchierten Fakten, aktuellen Tabellendaten und Oracle-Prognosen.
Wie oft gibt es ein neues Quiz?
Neue Quizfragen erscheinen zweimal pro Woche (Montag und Donnerstag). Die Fragen werden per KI aus aktuellen und historischen Daten zusammengestellt.
Frage 1 von 6
Die Mainzer Trainerschule auf der internationalen Bühne
Mainz 05 als „Traineruniversität": Jürgen Klopp (sechs Titel mit dem FC Liverpool, darunter die Champions League 2019 und die Premier League 2020), Thomas Tuchel (Champions-League-Sieger 2021 mit Chelsea) und Bo Svensson (international umworbener Trainer) — alle drei begannen in Mainz.
Traineruniversität Mainz: Klopp, Tuchel und Svensson begannen hier
Drei international gefragte Trainer mit Champions-League-Titeln und Premier-League-Krone starteten allesamt in Mainz.
Mainz 05 als „Traineruniversität": Jürgen Klopp (sechs Titel mit dem FC Liverpool, darunter die Champions League 2019 und die Premier League 2020), Thomas Tuchel (Champions-League-Sieger 2021 mit Chelsea) und Bo Svensson (international umworbener Trainer) — alle drei begannen in Mainz. Kein anderer Verein in der Bundesliga hat in so kurzer Zeit drei Trainer von internationalem Format hervorgebracht.
M05 — Financial Stability Score
Mainz ist ein kleiner Freiburg: Hohe EK-Quote, niedrige Schulden, positive Transferbilanz. Die PK-Quote (55,3%) ist der Schwachpunkt — aber bei 52% EK-Quote kann Mainz das verkraften.