Schlüsselfiguren
Jürgen Klopp - Der Charismatiker: Mainz macht Klopp zu Kult! 1990 verpflichtet die Vereinsführung von Mainz 05 den Schwaben für die anstehende Zweitligasaison. Bis 2001 bestreitet er 325 Spiele und ist bereits zu Zeiten von Wolfgang Frank als Trainer dessen verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Als dem Verein 2001 der Abstieg droht, wird der gerade verletzte "Kloppo”, der zwar nicht den nötigen Trainerschein für ein Cheftrainer-Engagement im Profifußball hat, aber ein abgeschlossenes Sportstudium, Trainer in Mainz. Unter Klopps Leitung gewinnen die 05er sechs der ersten sieben Spiele und erreichen den Klassenverbleib. Charismatiker Klopp bringt dem Verein weit über die Stadtgrenzen hinaus Sympathiepunkte ein. 2008 folgt Klopp dem Lockruf aus Dortmund, 2015 geht es weiter nach Liverpool, 2019 wird „Kloppo“ Welttrainer.
Thomas Tuchel - Der Umstrittene: Er ist, zumindest auf dem Papier, der erfolgreichste 05-Trainer. Mit modernem Angriffs- und Tempofußball dirigiert Tuchel „diktatorisch” und „launisch” den Verein zum Erfolg. Nach seiner Beförderung vom A-Jugend- zum Cheftrainer 2009 folgen fünf sehr erfolgreiche Jahre für den Bundesligisten, der unter der Ägide von Tuchel nie auf einem Abstiegsplatz steht und sich zweimal für den Europapokal qualifiziert. Während Klopp viel Wert auf Harmonie legt, ordnet Tuchel alles dem Erfolg unter. Geschäftsführer Dag Heydecker drückt es so aus: „Thomas hat Mainz 05 auf ein anderes Niveau gebracht. Als er hier Trainer war, hat er viele Dinge so angepasst, wie er es brauchte, um erfolgreich zu arbeiten.“ Sein jäher Abschied - er nimmt 2014 ein Sabbatical und stellt den Verein vor vollendete Tatsachen – kostet ihn beim Vorstand viele Sympathien.
André Schürrle - Der Jungspund: Schürrle ist der jüngste Torschütze, den der Verein je in seiner ersten Profi-Mannschaft gesehen hat. Er wächst in Mainz auf, wechselt 2006 in das Nachwuchsleistungszentrum und wird schnell Teil der A-Jugend. Der Stürmer ist von 2009 bis 2011 fester Bestandteil der Profitruppe und wird am 19. September 2009, mit seinen ersten beiden Toren für die erste Mannschaft, zum jüngsten Bundesligatorschützen des FSV. Fünf seiner 57 Länderspiele absolviert der Weltmeister von 2014 noch als Mainzer, er ist damit einer von drei deutschen Nationalspielern des FSV (Stand: Dezember 2019).

Dimo Wache - Der alte Hase: Die Torwart-Legende schafft den Durchbruch im Profifußball 1995 beim damaligen Zweitligisten. Zum Beginn seiner Karriere verdrängt er zunächst seinen späteren Torwarttrainer Stephan Kuhnert und löst 1999 den scheidenden Lars Schmidt als Mannschaftskapitän ab. Wache erlebt die drei Fast-Aufstiege der Mainzer in den Jahren 1997, 2002 und 2003 als Stammtorwart und gilt stets als feste Größe zwischen den Pfosten, bevor 2004 endlich der Aufstieg in die 1. Liga gelingt. Nach einem Streit mit Trainer Klopp und der Verbannung Waches auf die Bank, fühlt sich die einstige Nummer 1 von seinem Verein verraten. Bei den Fans steht „die Krake von Brake“ hoch im Kurs. 2010 beendet Wache seine Profikarriere und ist mit 406 Pflichtspielen per Dezember 2019 alleiniger Rekordhalter in der Vereinsgeschichte. Übrigens: Diabetes und Leistungssport. Geht nicht? Geht doch, wie die Karriere von Dimo Wache, bei dem im Jahr 1998 Diabetes diagnostiziert wird, eindrucksvoll beweist.
Christian Heidel - Der Macher: Der Sohn des ehemaligen Mainzer Bürgermeisters Herbert Heidel gehört von 1992 bis 2016 dem Vorstand des 1. FSV Mainz 05 als Manager an und ist zum Ende dieses Zeitraums der dienstälteste Manager eines Fußball-Bundesligisten. Als feste Säule des FSV ist Heidel über zwei Jahrzehnte der Mann der Stunde im Alltagsgeschäft und gehört als Ehrenmitglied und Teil des Altvorstands bis heute in die Herzen der Mainzer. Und das obwohl er Mainz 2016 in Richtung Schalke 04 verlässt – mit mäßigem Erfolg.
Harald Strutz - Der Langzeit-Präsident: Nach 29 Jahren als Präsident von Mainz 05 tritt Harald Strutz im Sommer 2017 zurück. Es gibt Ärger um sein Honorar. Der eigentlich ehrenamtlich tätige Boss erhält 23.000 Euro „Aufwandsentschädigung“ im Monat. Zu viel, findet die Opposition im Verein. Mittlerweile haben sich der Verein und Strutz ausgesöhnt. Strutz ist im Herbst 2019 in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenpräsidenten von Mainz 05 ernannt worden. Wohl zu Recht: Christian Heidel, Jürgen Klopp, Thomas Tuchel – so ganz ohne sein Zutun hätte es diese Personalentscheidungen in Mainz nicht gegeben.